Vasmers Bruder




Graphic Novel

Text und Szenario: Peer Meter,  Storyboard und Zeichnungen: David von Bassewitz
Hardcover, 17 x 24 cm, 192 Seiten, € 17,90, ISBN 978-3-551-72969-9
Carlsen Verlag

Erhältlich im Buchhandel oder hier



Wer  mit  Ungeheuern  kämpft,  mag  zusehn,
dass  er  nicht  dabei  zum  Ungeheuer   wird.
Und wenn du lange  in einen Abgrund blickst,
    blickt der Abgrund auch in  dich  hinein.        
Nietzsche  Jenseits von Gut und Böse


Der Fall des Serienmörders und Kannibalen Karl Denke ist bis heute rätselhaft. Zwischen 1903 und 1924 hat er in der schlesischen Kleinstadt Münsterberg (heute das polnische Ziebice) mindestens 30 Menschen getötet, deren Fleisch gekocht und verspeist; wahrscheinlich auch im nahe gelegenen Breslau auf dem Markt verkauft. Aus der Haut seiner Opfer schnitt er Lederriemen und Schnürsenkel, die Haare verwendete er als Kissen- und Matratzenfüllung, die Zähne, nach Größe sortiert, galten ihm als Spielgeld.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Nur durch einen unglaublichen Zufall wurde Denkes mörderisches Treiben aufgedeckt, jedoch niemals vollständig aufgeklärt, denn noch am Tage seiner Verhaftung erhängte er sich in seiner Gefängniszelle.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Das ganze Ausmaß eines unvorstellbaren Grauens offenbarte sich erst drei Tage später bei einer Durchsuchung von Denkes Wohnung, bei der es zunächst nur darum gegangen war, nach Geld für die Beerdigungskosten Denkes zu suchen.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

In Denkes Küche stießen die Beamten auf ein Holzgefäß, in dem in einer Salzlacke eingelegt Fleischstücke lagen, die stark behaarte menschliche Brustwarzen und Bauchnabel aufwiesen. Als darauf auch der zur Wohnung gehörende Schuppen näher untersucht wurde, fanden sich dort drei mittelgroße Töpfe, in denen in einer Art Sahnesauce gekochte menschliche Fleischstücke lagen, teilweise noch mit Haut und Haaren.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Dann fand sich eine Kladde, in der die Namen von dreißig Personen notiert waren, Männer und Frauen, teilweise mit Geburtsdatum, Berufsstand und Wohnort. Es war die Liste seiner Opfer. Vor jedem der Namen stand ein Datum, das den Todestag der betreffenden Person angab. Auf einer weiteren Liste standen die Anfangsbuchstaben der Opfer, dahinter eine Zahl, die das Gewicht der betreffenden Person angab: »tot 122, nackend 107, ausgeschlachtet 83«. Diese Eintragungen beginnen am 21. Februar 1903 und enden am 20. April 1924.

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In der polnischen Kleinstadt Ziebice ist der deutsche Journalist Martin Vasmer von der Polizei aufgegriffen worden.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Vasmer erzählt, dass er am Tag zuvor nach Ziebice gekommen war, um sich auf die Suche nach seinem Bruder zu machen, der dort spurlos verschwunden ist.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Vasmers Bruder
war nach Ziebice gereist, um vor Ort für eine Filmdokumentation über den Serienmörder Karl Denke zu recherchieren. Ziebice war vor 1945 die deutsche Stadt Münsterberg, in der Denke lebte.
Bei der Suche nach seinem Bruder trifft Vasmer auf die Studentin Hanna Jablonska. Sie vermittelt ein Treffen mit Adam Sadowski, der mit Vasmers Bruder in Kontakt zu stehen scheint.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Doch anstatt über das Verschwinden seines Bruders Näheres zu erfahren, wird Vasmer von Sadowski tiefer und tiefer in die schockierenden Abgründe der Welt des Karl Denke geführt: Sadowski hat die alte Mordwohnung Denkes angemietet und scheint dort einen seltsamen Kult um diesen Serienmörder zu betreiben.


(c) David von Bassewitz/Carlsen

Aber wo ist Vasmers Bruder? Was ist in Ziebice geschehen? Die schreckliche Wahrheit offenbart sich wenige Stunden später auf dem Polizeirevier.